
Malaysia
In Malaysia ist das Wort „Allah“ künftig Musliminnen und Muslimen vorbehalten. Ein Berufungsgericht bestätigte Mitte Oktober die Rechtmäßigkeit einer Anordnung, die es AnhängerInnen anderer Religionen verbietet, das Wort „Allah“ für Gott zu verwenden. Die deutsche Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wertete das Urteil als Rückschlag für die Glaubensfreiheit. Seit der ersten Bibelübersetzung vor 400 Jahren bezeichneten Christen in Malaysia Gott als „Allah“. Das Verbot sei populistisch und diene der Ausgrenzung von Christen und anderen religiösen Minderheiten, kritisierte die GfbV. Konservative Muslime begrüßten vor dem Gerichtsgebäude das Urteil mit Jubel. „Wir haben erfolgreich den Namen Allah zurückerobert“, so die radikal-islamische Organisation Perkasa. Etwa zwei Drittel der MalaysierInnen sind ethnische Malaien und laut Verfassung als Muslime deklariert. Malaysia versteht sich selbst als weltlicher Staat mit dem Islam als offizieller Religion.